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  HOME > ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE FÜR DAS VERHALTEN IN DEN   BERGEN

Mit dem Begriff Hütte bezeichnet man eine Unterkunft aus Holz oder Mauern. Unter Biwak versteht man im allgemeinen eine Unterkunft in unwegsamen Gebieten oder auf grosser Höhe mit Wänden aus Aluminiumblech, Glasfiber oder Ähnlichem. Die alpinen Hütten können in zwei grosse Kategorien unterteilt werden: bewirtschaftete (oder bewartete) und unbewirtschaftete.
Erstere haben die Funktion einer einfachen Herberge, sie öffnen normalerweise zu Beginn der günstigen Saison und schliessen, im Herbst , oder sie bleiben (in Skigebieten) ganzjährig geöffnet; für die anderen (und für den Selbstversorgerraum der im Winter geschlossenen Hütten) muss man beim DAV, ÖAV, SAC, CAI, CAF, im Tal bei einem Amt oder beim Hüttenbetreiber den Schlüssel verlangen. Wenn man beabsichtigt, an Sommerwochenenden und während der Urlaubszeit in einer Hütte zu übernachten, ist es besser, im voraus zu reservieren. Die nicht bewarteten Hütten sind meist mit Küche, Licht und manchmal mit Brennholt und Lebensmittelvorräten ausgestattet. Es versteht sich von selbst, dass man Kochstellen und Fussböden nach Gebrauch reinigt, Decken zusammenfaltet und an ihren Platz zurücklegt, die Abfälle mit ins Tal nimmt (was auch zu tun ist, wenn man bewartete Hütten benützt). Vergessen Sie bitte nicht, Türen und Fenster gut zu verschliessen. Die Bezahlung für die Benützung einer unbewarteten Unterkunft erfolgt normalerweise direkt im Anschluss beim Betreiber. In der Hochsaison ist die Arbeit des Hüttenwirts/Hüttenwarts ziemlich anstrengend und kompliziert, Sie können ihm deshalb behilflich sein, wenn Sie versuchen, nicht allzu anspruchsvoll zu sein, und wenn Sie etwas Geduld haben (Sie sind nicht der einzige, der bedient werden muss, und Sie befinden sich nicht in einem Luxushotel). Auch in den bewirtschafteten Hütten ist es nötig, die Decken zusammenzufalten, bevor man die Zimmer verlässt.
Auf den Hütten des Deutschen und des Österreichischen Alpenvereins und des Italienischen Alpenclubs (CAI) ist die Benutzung eines leichten Hüttenschlafsacks Pflicht.
Wenn Sie keinen besitzen, können Sie einen solchen bei den Sektionen des CAI oder in der Hütte kaufen.
Auf den Hütten des AVS, des CAF, des DAV und des ÖAV, des SAC und neuerdings auch des CAI herrscht generell Rauchverbot (Mehr über das Verhalten auf Hütten in den Hüttenordnungen des DAV, des ÖAV, des CAI, des SAC, des CAF ). Biwakschachteln sind normalerweise mit Liegeplätzen und Decken ausgestattet, aber es gibt keine Kochstellen und nur selten  Lebensmittelvorräte. Wenn Sie vorhaben, in einem solchen Unterstand zu übernachten, nehmen Sie Kocher, Feuerzeug und Lebensmittel mit, aber informieren Sie sich auch über die vorhandene Ausstattung.

  Einige praktische Hinweise

Mit Ausnahme leichter Wanderungen für Ausflügler und Touristen (in den Beschreibungen mit T gekennzeichnet), ist für alle anderen Touren eine angemessene Ausrüstung unerlässlich:

- Trekkingschuhe oder Bergschuhe
- Eine leichte, warme und bequeme Hose
- Kurze Hose (nach Belieben, doch immer zusätzlich zu den langen Hosen, sehr empfehlenswert für sommerliche Wanderungen)
- Windjacke oder wasserdichter Umhang, ev. aus Gore-Tex
- Pullover (am besten aus Fleece)
- Mütze und leichte Handschuhe (nicht unbedingt nötig, aber oft nützlich)
- Kleine Tourenapotheke (mit Messer und Feuerzeug)
- Taschenlampe
- Tourenproviant und Feldflasche
- Hemden und Socken zum Wechseln (nach Belieben, aber nützlich)

 

  Wie plant man eine Tour?

Wählen Sie Wege oder Routen, die nach Dauer und Schwierigkeit unter Ihrem aktuellen Leistungsstand liegen.
Informieren Sie immer jemanden über Ihr Tourenziel. Wenn Sie nicht trainiert sind, beginnen Sie mit leichten Touren und steigern später den Schwierigkeitsgrad und die Dauer Ihrer Unternehmungen.
Gehen Sie nie allein: die ideale Anzahl sind mindestens zwei Personen auf demselben Trainingsniveau.
Informieren Sie sich immer über die Wettervorhersage.
Bei Ungewissheit über die Route oder unvorhergesehenen Schwierigkeiten sollten Sie lieber umkehren.
Überladen Sie Ihren Rucksack nicht mit überflüssigen und schweren Gegenständen (Konserven, Glasflaschen usw.).

 

  Im Notfall

Notrufnummern: EU allgemein 112, Frankreich 18, Italien 118, Deutschland auch 19222 (direkt); Schweiz [REGA] 1414, Bergrettungsdienst in Österreich 140. WICHTIG: Die Mobilfunknetze sind nicht flächendeckend!    

Lassen Sie den Verunglückten niemals allein: mindestens eine Person aus der Gruppe muss bei ihm bleiben. Mindestens ein Handy sollte in der Gruppe verfügbar sein. Andernfalls begeben Sie sich zum nächsten Telefon, das nicht immer im Tal sein muss. Manchmal ist es sinnvoller, zu einer Hütte aufzusteigen und von dort aus zu telefonieren.
Fragen Sie beim Telefon eventuell nach einer lokalen Telefonnummer der Bergrettung, das kann den Einsatz beschleunigen.

  Wenn der Rettungshelikopter erscheint

Seit Jahren ist der Gebrauch des Hubschraubers zur Bergrettung üblich. Dennoch ist es nützlich, an einige Grundverhaltensregeln im Falle eines Helikoptereinsatzes zu erinnern. Wenn man Hilfe braucht, sucht man einen für die Landung geeigneten Platz aus (so flach und eben wie möglich; nicht in Senken oder nahe an Masten oder Bäumen),  normalerweise verlässt sich der Pilot jedoch auf seine Erfahrung. Man stellt sich mit dem Rücken zum Wind und streckt beide Arme so in die Höhe, dass sie mit dem Rumpf ein Y bilden („YES“) .
Wenn man keine Hilfe benötigt, hält man einen Arm nach oben und den anderen nach unten („NO“).

Wenn der Helikopter an einem Abhang landet, müssen Sie sich immer von unten her nähern oder sich nach unten entfernen (von der Bergseite her käme man in gefährliche Nähe des Rotors). Nähern Sie sich dem Helikopter immer von vorn und halten Sie ständig Blickkontakt mit der Crew.
Tragen Sie Ski oder lange Gegenstände nie senkrecht, damit sie nicht den Rotor berühren; in der Nähe des Landeplatzes sollen keine Gegenstände liegen, die aufgewirbelt werden und sich im Rotor verwickeln könnten.
Steigen Sie ohne hektische Manöver ein und aus und warten Sie immer die Anweisungen des Flughelfers ab. Drängen Sie nicht und bleiben Sie ruhig.
Und zum Schluss ein Ratschlag: auch wenn Sie in Schwierigkeiten sind, solange Sie sich bewegen können, schöpfen Sie Ihre eigenen Möglichkeiten aus. Der Hubschrauber ist kein Taxi für jeden Bauchschmerz oder jede Verstauchung: wenn man ihn wegen einer Kleinigkeit ruft, könnte er in diesem Moment anderswo bei einem dringenderen Einsatz fehlen.

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